Hass im Kopf

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Im Allgemeinen wird gesagt, dass Hass die Dualität der Liebe sei.
Das ist für mich jedoch nicht mehr stimmig. Denn es tauchte die
Frage auf: Wie entsteht Hass, wenn doch Liebe zuvor gewesen ist
und wie kann Hass vorhanden sein, wenn zuvor nicht geliebt wurde?

Aus Liebe entsteht Hass und aus Hass entsteht Liebe?
Im Kann Modus. Nein. Das passt irgendwie nicht. Weshalb?
Weil Liebe kein Gedanke ist. Liebe ist ein Urgefühl.
Wer in Liebe ist, der wird nicht hassen, was auch geschehen mag.
Da kam ich wieder auf das Modell,
womit eine Dualität am leichtesten aufzuzeigen ist.

Temperatur: Hitze ist ein dualer Pol der Temperatur und Kälte ist ein dualer Pol der
Temperatur. Hitze und Kälte sind also zwei Gegenpole einer Dualität, der Temperatur.

So. Und nun wollte ich das auch mit Liebe und Hass machen,
doch da war ich gestrauchelt. Es ging nicht. Weshalb.
Weil schon Gedanke und Gefühl zwei Gegenpole einer Dualität sind.
Also müssten entweder Hass und Liebe zwei Gegenpole
der Dualität *Gedanke* sein oder Liebe und Hass müssten
zwei Gegenpole der Dualität *Gefühl* sein.
Bei Liebe war ich in mir stimmig, dass es ein Gefühl ist ein Urgefühl,
eine Art Lebensgefühl.

Oberflächlich hätte Hass durchaus auch ein Gefühl sein können,
doch Zorn und Rache, welche zwar aus dem Gefühl Wut geboren werden,
die auch eine Ausführung in der Tat erzielen, konnten keine Gefühle sein.
Denn wenn die Wut ausgelebt wird, verklingt dieses Gefühl.
Jedoch, wenn das Ausleben der Wut verhindert wird,
gelingt dieses Verhindern nur durch einen Gedanken.
Der Gedanke beginnt die Kontrolle über das Gefühl
Wut zu übernehmen und dadurch wandelt sich die Wut in Zorn.

Ich habe mich ja schon immer gefragt, weshalb Zorn und Wut
oft als ein Begriff dargestellt werden und zudem
obendrein als eine Bedeutung. Konnte ich nix mit anfangen.
Es hätte ausgereicht, wenn es nur einen der beiden Begriffe
geben würde. Also musste es einen tieferen Grund geben,
weshalb beide Begriffe existieren.

Auch hier gibt es Positiv und Negativ. Wenn das positive Ausleben
der Wut kein Ventil erreicht: Kopfkissen, Holzhacken, Arbeiten,
Boxen, Sport - Dann sucht sich die Wut ein Ventil des negativen Auslebens.
Und hier ist es dann wiederum positiv, wenn der Gedanke beginnt,
die Kontrolle über das Gefühl zu übernehmen. Allerdings erst dann,
wenn das Gefühl beginnt, sich einen negativen Weg zu bahnen.

Und hier ist jener Zorn aus Wut durch Kontrolle des Gedankens geboren,
welcher sich später mit dem Pfad der Vergebung beschäftigt.

Greift allerdings der Gedanke vorher ein und verhindert das positive
Ausleben der Wut, dann wandelt sich die Wut in jenen Zorn,
der sich später mit dem Pfad der Rache beschäftigt.

Wie ist das nun mit dem Hass?

Eine *geglaubte* Liebe welche durch die Kontrolle der Gedanken entstanden ist,
ist keine Liebe, denn es ist voller Bedingungen und Begierden.

Und diese festgelegten oder auch gemeinsam akzeptierten Bedingungen
mit den verknüpften Erwartungen, lassen mit dem Nichterfüllen der Begierden,
Möglichkeitsformen von Hass entstehen. Denn vorher war es die Kontrolle des
Gedankens, welcher dieses Konstrukt festlegte.

Liebe legt nichts fest und lässt sich nicht festlegen.

Liebe ich die Farbe Violett, das Tier Delphin, dann ist das so.
Ich habe mir das vorher nicht extra ausgesucht. Nein,
ich habe es nur *erkannt*, dass ich Violett und Delphin liebe.
Da gab es nix festzulegen oder mir einzureden
oder mich dafür zu entscheiden.

Und wenn die Liebe eines Tages in mir wandert und aus der Farbe Violett,
die Farbe Ockerbraun werden lässt und aus dem Tier Delphin, das Tier Puma,
dann ist das so, und es ist wieder keine Entscheidung durch Gedanken,
sondern es ist ein Erkennen. Da gibt es weder Wut, noch Hass,
sondern lediglich durch das Erkennen eine leichte wehmütige Traurigkeit,
die auch wieder verklingt. Erst dann kommen Gedanken auf,
die sich mit der Frage beschäftigen. Weshalb liebe ich den Delphin nicht mehr,
weshalb liebe ich nun den Puma?

Ist allerdings vorher durch Kontrolle ein Gedankenkonstrukt der Begierde erstellt
worden, mit dem gedanklichen Eigenwillen: Ich liebe den Delphin, das weiß ich, und
ich will ihn haben. Dann frisst die Begierde die Liebe zerstörerisch auf, bis keine Liebe
mehr da ist, sondern nur noch Begierde übrig bleibt. Und wenn dann die Nichterfüllung
eintrifft, entwickelt sich aus dieser Begierde, welche durch Gedanken gesteuert wurde,
Hass.

Ergo: Der Hass entsteht im Kopf. Durch kontrollierte Gedanken.

Heißt: Will der Gedanke Liebe egoistisch kontrollieren, wandelt sich Liebe in Begierde,
aus der bei nicht erreichtem Ziel Hass entsteht.

Wird Liebe lebendig gefühlt und nicht kontrolliert gedacht, entsteht niemals Hass.

Liebe -> Ein Gefühl

Hass -> Ein Gedanke

Und somit sind Liebe und Hass keine zwei Gegenpole einer Dualität.




Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von XeLlLa, 02.05.2014 um 07:25 (UTC):
LIEBE erkennt Zusammenhänge,
der Verstand mit seiner begrenzten Intelligenz hat diese Fähigkeit nicht.
Drum haben wir vor der Lehre "Enttäuchungen"
wegen der unerfüllten Sehnsucht nach Liebe
Angst vor Verlust, da wir vegessen haben, dass WIR Liebe sind, dass Gott Liebe ist, dass wir alle ein Stück Gott in uns haben.
"Du bist, wer du bist. Du bist ein Teil von ALLEM WAS IST, denn alles ist EINS."
Unser Verstand, der das vergessen hat, macht als Kompromiss wegen der Sehnsucht nach Liebe einen Tauschhandel.
Wir glauben, dass wir andere Personen, Tätigkeiten oder Dinge brauchen.
Unser Herz sehnt sich danach, wir fühlen die Leere und bekommen das Gefühl, sie füllen zu wollen.
URSPRÜNGLICH wollen wir, die wir SIND, jedoch alle bestimmte Erfahrungen machen, um zu erfahren: wer bin ich!
Das bedeutet, dass sich eine Sache oder ein Gefühl nur durch das Gegenteil davon erfahren lässt, um dann zu erkennen, was es ist.
Das Gegenteil von Liebe ist Hass.
Wir sind Liebe, Gott ist Liebe.
Wie passt das denn nun?
Um Liebe zu sein, müssen wir zuerst wissen, was es bedeutet, Hass zu sein.
Vergleichen wir das mal mit dem Glück.
Um glücklich zu sein, müssen wir erst wissen, was es bedeutet unglücklich zu sein.
Nur in Abwesenheit vom Gegenteil können wir das, was wir sind, SEIN.
Der Verstand versucht immer anzugreifen und zu verteidigen. Schuld zu geben und sich schuldig zu fühlen. Denn nur so hat er Macht über Menschen. Das erzeugt Angst. Und Angst ist da, wo Gott nicht ist. Also dort, wo Liebe nicht ist.

"Hast du bei der Erfahrungssuche vergessen, dass du jederzeit die Wahl hast, anders zu entscheiden, dass du andere Erfahrungen machen willst, dass dir HASS nicht gefällt, dann frag dein Herz, es wird uns immer zu Gott nach Hause führen!
Denn wir sind Liebe, waren Liebe und werden immer Liebe sein. Wir haben immer die Wahl!

Quelle: Ein himlicher Dialog



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